Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:


T-Shirt, 2018
© SDTB / Foto: C. Kirchner

T-Shirt, 2018
Ein schlichtes weißes T-Shirt: Als Basisausstattung darf es in keinem Kleiderschrank fehlen, allerdings findet es nur selten Beachtung. Nur wenige Menschen machen sich Gedanken über die Herkunft ihrer Kleidung. Dabei begleitet sie uns täglich.

Bei einem bekannten schwedischen Textilunternehmen werden konzernweit pro Sekunde 16 Kleidungsstücke verkauft, pro Jahr sind das rund 500 Millionen. Jeder Deutsche kauft durchschnittlich 40 bis 70 Kleidungsstücke im Jahr – eine Million landen jährlich wieder im Altkleidercontainer oder auf dem Müll. Das fällt besonders leicht, wenn die Preise entsprechend niedrig sind. Aber wer steckt hinter der Masse an Kleidern, die wir tragen? Wo werden sie hergestellt und unter welchen Bedingungen?

Für die Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter in aller Welt hat sich nur wenig geändert, seit vor 150 Jahren „Das Kapital“ von Karl Marx erschien und die prekäre Situation der damaligen Arbeiterinnen und Arbeiter anprangerte. Schichten von 12 bis 14 Stunden, ein Lohn, der kaum zum Leben reicht, und nur wenige Rechte: Das ist leider immer noch der Normalfall. Für ein T-Shirt erhält eine Näherin in Bangladesch zirka 0,6 Prozent des Gesamtpreises. Bei einem 29 Euro teuren Shirt sind das 18 Cent.

Ausgelöst durch das Unglück von Rana Plaza 2013 in Bangladesch wurden Kampagnen und Organisationen gegründet, die unter anderem durch Zertifizierungen wie „Global Organic Textile Standard“ (GOTS) mehr Transparenz in die undurchsichtigen und ausbeuterischen Lieferketten bringen wollen. Die Marke des hier ausgestellten T-Shirts produziert in Portugal zu fairen Bedingungen und hat die GOTS-Zertifizierung erhalten.