Der Museums-Guide für das Deutsche Technik Museum Berlin

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Henschel Dampfschneeschleuder


Henschel Dampfschneeschleuder

Die Schneeschleuder die hier im DTMB steht, war früher bei der ÖBB mit der Betriebsnummer 986.101 bei der Zugleitstelle Villach im Einsatz. Als Hauptwerkstatt war Knittelfeld genannt. Ausgerüstet mit einem Tender der Bauart 2’ 2’ T 26, wie bei der BR 50. Dieser bekam bei der ÖBB die Nummer 986 901. Sie wurde am 28.02.1984 ausgemustert und 1985 vom Museum erworben.

Am 19.05.1985 wurde die Schneeschleuder in Passau von den Mitarbeitern der Anschlußbahn übernommen.

Technik

Die Bauart „System Leslie (Rotary)“ wurde von Henschel leicht geändert übernommen. Ausgerüstet mit einer stehenden Dampfmaschine (Bauart Schichau), die nicht dem Vortrieb dienten, sondern nur dem Antrieb des Schleuderrades. Die Schneeschleuder wurde immer von einer Lokomotive geschoben. Auf dem Stand der Schneeschleuder waren Lokführer und Bahnmeister als speziell ausgebildetes Personal im Einsatz, welches dem Triebfahrzeugführer der Schiebelok mittels Klingel- und Lichtsignal Fahrbefehle gab. Gleichzeitig waren sie für die Steuerung der Seitenscharen, der Bodenschaufel und für die Drehzahl zuständig. Die Drehzahl konnte von 120 auf 160 U/min umgestellt werden Für die Bedienung des Heizkessels wurde ein Heizer mit Zusatzausbildung benötigt. Schneeschleudern kamen ab einer Schneehöhe von 1,50 m zum Einsatz und hatten Schnee bis zu 6 m Höhe problemlos abgetragen.

Die im DTMB eingestellte Version der Schneeschleuder weicht in sofern von der üblichen Bauart ab, als das die urspüngliche zweistufige Knorr-Druckluftpumpe nicht mehr montiert ist, da die sonst verstellbaren Seitenscharren und die höhenverstellbaren Bodenschaufel sowie den Eisbrechern an dieser Maschine offenbar demontiert und zuletzt nicht mehr genutzt wurden. Die für die Steuerung notwendigen Hebel fehlen somit auch auf dem Bedienungsstand der Maschine.

Im Gegensatz zur DR/DB-Version ist diese Maschine mit 2 Turbogeneratoren ausgestattet. Eine Überprüfung der E-Anlage vor Ort ergab, daß erstaunlicherweise der lokführerseitige Generator ausschließlich die Signalanlage versorgt. Ein 500W Generator ist für die Signalanlage völlig überdimensioniert.

Das Tenderwasser wurde auch mittels der beiden Strahlpumpen erwärmt, so dass bei Bedarf Schnee in den Tender geschaufelt werden konnte und das Tenderwasser bei tiefen Temperaturen nicht gefrieren konnte. Der Tender hat eine Abdeckung, damit der der abgeschleuderte Schnee sich nicht auf den Kohlevorräten niederlässt. Der Tender diente auch als Notausgang.

Die Pufferbohle (Transportpufferbalken 800 kg) an der Front mußte vor den Einsätzen abgebaut werden. Der Hilfspufferträger hingegen wog nur 240 kg.