Das Objekt des Monats
Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat. In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:
© SDTB / Foto: C. KirchnerAnanas und Sonnenblumen vom Görlitzer Bahnhof, 1866
Die Terrakotten („gebrannte Erde“) kommen vom Görlitzer Bahnhof in Berlin. Das war lange nicht die Station der U-Bahn, die wir heute kennen. Vielmehr stand ein Kopfbahnhof der Berlin-Görlitzer Eisenbahn noch bis 1975 an der Stelle, die jetzt den Namen „Görlitzer Park“ trägt. Das Empfangsgebäude im Stil eines italienischen Palazzo wurde nach Entwürfen von August Orth (1828 – 1901) errichtet. Er hat auch die Berliner Stadtbahn geplant und viele Kirchen entworfen. Im Sommer 2012 wird sein Werk durch eine Ausstellung in Korbach gewürdigt.
Der Görlitzer Bahnhof an der Wiener Straße wurde von 1866 bis 1951 für den Verkehr in die Lausitz und das Riesengebirge benutzt. Man hat ihn stillgelegt, als West-Berlin von seiner Umgebung abgeschnitten werden sollte. Zwischen 1962 und 1975 wurde dieser Bahnhof schrittweise abgerissen.
Vor fünfzig Jahren mit dem Fahrrad gerettet
Schon seit vielen Jahren besitzt das Museum ein gusseisernes Kapitell von einer seiner Säulen am Eingang, das im Lokschuppen zu sehen ist.
Nun stiftete der Architekturhistoriker Goerd Peschken uns noch zwei Stücke aus Ziegelformstein vom Traufgesims des zweistöckigen Direktionsgebäudes am Kopf des Bahnhofs am Spreewaldplatz, die er vor fünfzig Jahren beim Abriss mit dem Fahrrad abtransportiert hatte. Sie haben vom dorischen Tempel die Form einer Sima (Dachrinne der Form nach, nicht der Funktion nach) mit antikischem Palmetten- und Blütenfries aufgenommen.